Unser Stippvisite im Isaan

Dienstag, 10 August, 2010

Hier einige Informationen zum Isaan

Thailand IsanIsaan bildet den nordöstlichen Teil Thailands. Es liegt auf der Khorat-Hochebene und wird im Norden und Osten vom Mekong begrenzt, im Süden von Kambodscha. Im Westen trennt das Phetchabun-Gebirge Isaan von Nord- und Zentralthailand.
Landwirtschaft ist der vorherrschende Wirtschaftssektor, aber wegen der ungünstigen Umstände bleibt der Ertrag hinter dem anderer Landesteile zurück. Isaan ist Thailands ärmste Region.

In der Region wird hauptsächlich die Isaan-Sprache gesprochen, die der Laotischen Sprache ähnelt. Das Thai ist ebenfalls weit verbreitet, und im Süden spricht man Khmer. Die meisten Einwohner sind Lao, dennoch war die Integration Isaans in den thailändischen Staat weitgehend erfolgreich.

Bekannte Aspekte der regionalen Kultur umfassen “Mor Lam”-Musik, Muay-Thai-Boxen und Klebreisgerichte mit Chili, die mit den Fingern gegessen werden.

Was uns bewegte, in den Isaan zu reisen:
Wir haben schon sehr oft von unterschiedlichsten Leuten über die Not im Isaan gehört und auch einiges darüber gelesen. Es hat uns immer sehr interessiert, und wir wollten uns gerne persönlich vor Ort über die Situation informieren. Leider fehlte uns immer die nötige Zeit dazu, da die Anreise mit dem Auto ca. 10 bis 12 Stunden dauert. Aber dann trafen wir im März Herrn Prayong. Er ist Vorsitzender einer Stiftung, der wir gerne beitreten würden. Herr Prayong ist im Isaan geboren und er brennt immer noch für die Menschen dort. Er hat uns mehr oder weniger überredet, mit ihm gemeinsam Ende Juni in den Isaan zu reisen.
Gemeinsam mit Herrn Prayong, seiner Frau und seinem Sohn besuchten wir einige Familien, Gemeinden und eine Schule zwischen Khon Kaen und Roi Et.

Wir erfuhren aus erster Hand, wo die Not ist und welche Möglichkeiten es gibt, diese Not zu mindern. Viele Familien sind sehr arm und können nur mit größter Mühe und vielen Einschränkungen ihr Dasein fristen. Verstirbt dann noch der Mann einer Familie, wird es für viele Witwen mit Kindern sehr schwierig, den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wir hatten die Möglichkeit, solche Witwen mit Kindern zu besuchen und es war sehr erschreckend zu sehen, wie die Kinder leben müssen. Oft ist es für sie nicht möglich, eine Schule zu besuchen, da sie keine Möglichkeit haben, das Schulgeld, die Schuluniform sowie die Fahrt zur Schule zu bezahlen.
Somit gibt es für viele keinen Ausweg aus der Armut, da es ihnen an der nötigen Bildung fehlt.
Wir haben lange überlegt, wie wir dort kurzfristig helfen können und uns entschlossen, im ersten Schritt diese Kinder innerhalb ihrer Familien zu unterstützen. Durch regelmäßige Besuche werden wir die Betreuung dieser Kinder sicherstellen.

Im zweiten Schritt beten wir dafür, dass weitere Missionare kommen, um im Isaan Kinderheime aufzubauen, damit die Kinder gut betreut werden. Zu Hause kann diese Betreuung nicht im ausreichenden Maße erfolgen, da die Mütter auf den Feldern arbeiten müssen.

Vielfach haben wir Hütten/Häuser gesehen, bei denen die Fenster und Türen von außen mit Brettern vernagelt waren. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass die Bewohner als “Wanderarbeiter” unterwegs sind. Die Kinder, die bereits die Schule besuchen, haben dadurch immer wieder Ausfallzeiten, da sie mit auf Wanderschaft genommen werden.

Ein weiterer wichtiger Schritt für eine wirksame Hilfe wäre Geld für Brunnen und Pumpen, da es dort oft nicht genug regnet, um Reis anzubauen oder um gute Ernten zu erzielen. Der Reisanbau ist aber die Lebensgrundlage vieler Menschen im Isaan. Ist die Ernte schlecht, geht es den Menschen schlecht. Da es in der Region aber ausreichend Grundwasser gibt, könnten durch Brunnenbohrungen + Pumpen die Felder bewässert werden und der Anbau mit gutem Ertrag wäre gesichert. Hier könnte mit 25.000 THB = 625 € pro Bohrung und Pumpe konkret ein Projekt “Hilfe zur Selbsthilfe” verwirklicht werden. Insgesamt würden im ersten Schritt drei Bohrungen/Brunnen mit Pumpen ausreichen, um vielen Familien zu helfen.

Wir sind sehr dankbar, dass sich heute (4. August 2010) bereits die ersten Pateneltern gemeldet haben, die ein Kind im Issan unterstützen wollen.

Unser Stippvisite in den Isaan mit Fotos

Ein Brief von Panrüthai an Ihre Patenmutter

Mittwoch, 4 August, 2010

Mittlerweile konnten wir in unseren 5 Kinderheimen 105 Kindern ein Zuhause schenken. Dies ist nur durch die Unterstützung von Pateneltern möglich. Sinn dieser Patenschaften ist nicht nur die Unterstützung der
Kinder, sondern auch der persönliche Kontakt zwischen Kind und Pateneltern in Form von Briefen – manchmal auch durch Besuche.

Jedes Mal, wenn wir unseren Kindern Briefe von Ihren Paten überreichen dürfen, freuen wir uns über die strahlenden Augen der Kinder. Genau so rührend für uns ist es, wenn die Kinder ihren Pateneltern antworten. Die Briefe werden von unserer Übersetzerin übersetzt und dann an die Pateneltern gesandt.

Wir danken allen Pateneltern, die regelmäßig für ihr Patenkind beten und den Kontakt durch Briefe aufrecht erhalten.

Anbei ein Brief von Panrüthai (Mädchen aus dem Kinderheim in Mae Ho) an ihre Patenmutter:
Brief von Panrüthai
Übersetzung des Briefes

Neue Betten für das Kinderheim in Sobtschom

Dienstag, 13 Juli, 2010

Seit Ende April 2010 leben in unserem Kinderheim in Sobtschom insgesamt 24 Kinder. Dadurch wurde es erforderlich, für die Kinder Etagenbetten anzuschaffen, da es sonst in den Zimmern zu eng ist.

Wir haben uns in vielen Geschäften umgeschaut, aber aufgrund der schlechten Qualität oder des zu hohen Preises nicht das Richtige gefunden.

Zufällig unterhielten wir uns mit einem Bekannten über unser „Bettenproblem“. Bei diesem Gespräch stellte sich heraus, das er uns die Betten zu einem sehr guten Preis und in einer hervorragenden Qualität bauen kann. Nach Begutachtung des Prototyps haben wir sofort 12 Betten bestellt.

Anfang Juli war es dann soweit, dass wir die Betten ins Kinderheim bringen konnten. Die Kinder waren glücklich und haben auch sehr fleißig beim Aufbau der Betten geholfen, sogar die letzten alleine aufgebaut.

Im Namen der Kinder danken wir den Spendern und auch dem Hersteller der Betten von ganzem Herzen!

Rundbrief von Angelika

Montag, 12 Juli, 2010

Seit März 2010 haben wir eine neue Kurzzeitmitarbeiterin – Angelika Schulz aus Schloß Holte-Stukenbrock – in unserem Kinderheim in Khun Yuam. Wir sind sehr dankbar für Ihre Hilfe! Angelika wird für ein Jahr im Kinderheim leben und ihre ersten Eindrücke könnt Ihr in ihrem Rundbrief nachlesen.

| Rundbrief |

Reisedienst in Deutschland

Freitag, 2 Juli, 2010

11. Mai 2010, 18:40 Uhr, sitze gerade am Flughafen Düsseldorf und warte auf meinen Heimflug nach Thailand! Bereits der erste Flug hat schon Verspätung – na, das fängt ja gut an. Aber dann nutze ich halt die Zeit, um Euch über unsere letzten 9 ½ Wochen in Deutschland zu informieren.

Eine Abkühlung erwartete uns – als wir im März mit Schnee und Minusgraden in Deutschland empfangen wurden. Wenn man aus 30 Grad Wärme kommt, ist dies eine herrliche Erfrischung.
Es war unser erster Winter seit drei Jahren – endlich mal wieder Schnee :)
Es ist immer wieder sehr schön, in die Heimat zu kommen. Viele fragen uns, ob wir lange brauchen, um uns wieder einzuleben. Aber nein – wir fühlen uns immer sofort wieder sehr wohl – hier ist halt unsere Heimat. Obwohl unser Zuhause nun seit 3 Jahren in Thailand ist.

Nun – am Ende unserer Reisezeit – liegen weit über 5.000 km hinter uns. Damit die Arbeit in Thailand weiter wachsen kann, ist es notwendig, regelmäßig in Deutschland Gemeinden, Spender und Pateneltern zu besuchen. Immer wieder erstaunt es uns sehr, dass die Menschen in Deutschland ein großes Herz für die notleidenden Kinder in Thailand haben. Euch gilt unser Dank!’

In insgesamt 22 Gemeinden hieß es: Laptop aufbauen, Display abrollen, Karen-Tracht anziehen, Gott um Ruhe und Konzentration bitten – und dann konnte es losgehen. Es gab viel zu berichten, denn in den vergangenen 2 Jahren hat sich in unseren Kinderheimen „Baan Seng Sawaang – Haus des Lichts“ viel getan.

Es gab auch Momente, um die Natur in Deutschland „wieder“ zu erkennen und zu genießen – besonders unsere thailändische Mitarbeiterin hat jeden Augenblick in Deutschland genossen.

Auch wenn manchmal für Städte, wie Heidelberg, nur 45 Minuten Zeit zur Besichtigung blieb.

Einige interessante neue Kontakte entstanden:
- Beziehungen zwischen zwei Paderborner Vereinen, die sich für Thailand einsetzen;
- interessierte Menschen, die die Arbeit in Thailand erleichtern;
- einige Missionsbeauftragte kennen gelernt, die uns nicht nur bei unseren Reisediensten
hilfreich zu Seite stehen werden.

Reisedienst ist nicht zu vergleichen mit Heimaturlaub – aber trotzdem fanden wir immer wieder Stunden, die wir mit unserem Sohn Alexander, unseren Familien und mit Freunden verbringen konnten. Alle zu treffen, die wir gerne gesehen hätten, dafür reichte die Zeit einfach nicht aus, aber wir kommen ja wieder !